Meine Challenge im November 2020

Für November habe ich mir eine besondere Challenge ausgesucht: 50 Bilder in einem Monat malen! 🙂 Ich wollte mir eine kleine, persönliche Herausforderung beim Malen setzen.

„Viele Bilder malen“ war mir zu unkonkret, sondern zur Motivation brauchte ich eine konkrete Zahl. Ich hatte mir in der 2. Novemberwoche Urlaub genommen hatte, um in die Malerei komplett einzutauchen, doch ansonsten war es ein persönliches Projekt neben meinem Vollzeitjob. 50 Bilder. Sehr fordernd, aber auch nicht überfordernd. Für mich hieß das, durchschnittlich mehr als 1 Bild pro Tag zu malen.

Die Vorbereitung

Damit ich zügig in der Challenge vorankommen konnte, musste das Ganze auch vorbereitet werden. Ansonsten wäre zuviel Zeit dabei verloren gegangen, sich Kunstmaterial zu besorgen, Überlegungen, was ich malen möchte und so weiter. Daher habe ich zunächst eine große Bestellung im Kunstfachbedarf getätigt. Vor allem leinwandbezogener Malkarton, Gesso und ein paar gängige Farben standen auf meiner Einkaufsliste. Danach habe ich die Malkartons vorgrundiert mit Gesso. Dadurch waren mein Maluntergrund einsatzbereit.
Parallel dazu habe ich mir aus meinen Urlaubsbildern und lizenzfreie Bilder im Netz herausgesucht und sie im Fotoshop drucken lassen. So hatte ich eine Auswahl von etwa 100 Fotos, die thematisch sehr verschieden waren. Von Landschaftsbildern über Stadtszenen, Tiere und Pflanzen, Stillleben bis hin zu Portraits.
Auch rückblickend kann ich jedem nur empfehlen, der eine ähnliche Challenge vorhat, sich auch gut vorzubereiten. Insbesondere die Motivsuche kann sonst einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Der November

Zum Anfang bin ich mit sehr viel Elan gestartet und gleich am ersten Tag habe ich sechs (!) Bilder gemalt. Darauf war ich echt stolz. Geholfen hat sicher auch, dass dieser Tag ein Sonntag war. Am 2.11., dem darauf folgenden Montag, hatte ich mir frei genommen und war auch ähnlich produktiv. Ich malte an beiden Tagen quasi von früh bis Abends. Doch als ich dann arbeiten war, wurde es für mich schon stressiger. Nach der Arbeit sich noch ran zu setzen und zu malen, obwohl man sich körperlich geschafft fühlt… Ja, ich hatte einen guten Vorlauf und dachte mir, dass ich dann am Wochenende einfach mehr malen werde. Am besagten, ersten Wochenende schaffte ich pro Tag nur ein Bild.

In der zweiten Woche hatte ich mir Urlaub genommen und war so durchschnittlich produktiv. Es war okay. Hier hatte ich zugleich mein emotionales Tief. Ich fragte mich: „Wer kommt denn auf eine so blöde Idee?“ Ich hätte mir meine Motivation vorher aufschreiben sollen, damit ich genau in diesem Tief hätte nachschauen können. Doch stattdessen zog ich mich kontinuierlich selbst runter. Ich zweifelte überhaupt am Malen.

„Was bringt es mir denn, mich zu verbessern. Als ob sich jemand für meine Kunst interessieren würde.“, dachte ich in diesen Augenblicken. Mir fehlte der Austausch, das Feedback von außen, die Anerkennung.

Doch machte ich dann mit mir einen Deal: „Ich ziehe das jetzt durch. Ich male die verdammten 50 Bilder. Und danach kann ich immer noch über mich und die Kunst nachdenken.“ Einfach weiter malen.

Und genau dieser Deal half mir aus dem Tief heraus! Das schlichte Weitermalen war die Lösung.

Als ich nun weitergemalt habe, empfand ich bei den folgenden 2-3 Bildern emotional nicht viel. Sie waren halt handwerklich gemalt. Doch dann stellte sich wieder die Freude ein, das Herzblut kam zurück.

Mein 50. Bild habe ich dann am 29.11. gemalt, also einen Tag vor dem offiziellen Ende meiner Challenge.

Mein Fazit

Ich empfand diese Zeit als sehr intensiv. Malen war für mich ein Mittelpunkt, um den sich im Alltag sehr viel drehte. Dadurch – als positiver Nebeneffekt – rückte für 30 Tage die Corona-Krise auch aus mein Blickfeld. Ich hatte schlicht keine Zeit mehr, den neusten Meldungen über steigende Zahlen zu folgen. Und wollte es auch nicht.

In dieser Zeit konnte ich mich von der Technik weiter entwickeln und auch persönliche Erkenntnisse – wie man zum Beispiel mit emotionalen Tiefpunkten umgeht – gewinnen.

Nach dieser Challenge habe ich die Bilder alle im Wohnzimmer aufgestellt und zusammen mit meinem Mann eine kleine, persönliche Ausstellung gemacht. Es gibt einige bis viele Bilder, mit denen ich nicht zufrieden bin (ist ja normal, dass nicht alle Bilder gelingen), aber auch tolle Umsetzungen und insgesamt bin ich zufrieden mit den Ergebnissen.

Und ja, ich würde es wieder machen.

50 Bilder in einem Monat! 🙂