Farben mischen – Teil 1

Farben zu mischen ist nicht schwer!

In diesem ersten Teil erfährst du die wichtigsten Basics zum Mischen von Farbe, um mit dem Malen loszulegen. In späteren Teilen möchte ich das Thema erweitern und vertiefen.

In Sachen Farblehre gibt es sehr viel wissenschaftliche Ausführungen, die sich nicht nur auf den künstlerischen Umgang beziehen, sondern wie wir überhaupt mit dem Auge Farben wahrnehmen, welche Farbsprektren es gibt, die Unterscheidung zwischen subtraktiver und additiver Farbmischung und ob und welche Grundfarben es gibt und Vieles mehr. All das sind spannende Themen, die ich aber hier einfach mal beiseite schieben möchte.

Der Farbkreis

Als ich das erste Mal einen Farbkreis gesehen hab, dachte ich sowas wie „ach herrje…“ und „wozu brauche ich das?„. Später habe ich dann verstanden, dass diese simple Abbildung von Farben mir das Mischen erheblich erleichtert… und noch eine ganze Weile später habe ich gemerkt, dass sich hierin leicht Farbharmonien und Kontraste finden lassen. Nicht aufgereihte Farben in einem Kasten sind die Ausgangsbasis zum Farbverständnis, sondern ein Kreis, der sog. Farbkreis.

Ausgangsbasis sind die 3 Grundfarben (Primärfarben) = gelb, rot und blau. Auf einen gedachten Kreis tragen wir sie mit etwas Abstand auf.

Und danach geht es ganz einfach weiter: den Zwischenraum füllen wir, indem wir die beiden anliegenden Farben mischen.

So erhalten wir:

gelb + rot = orange

rot + blau = violett

blau + gelb = grün

Diese so aus den Primärfarben erhaltenen Farben werden auch Sekundärfarben genannt. Und wenn wir jetzt im Farbkreis noch einmal eine Sekundärfarbe mit der jeweils anliegenden Primärfarbe mischen, erhalten wir die sogenannte Tertiärfarbe. Du musst dir diese Unterscheidung für deinen Malalltag nicht merken, aber da viele Bücher diese Begriffe verwenden, wollte ich sie an dieser Stelle erwähnen. Also weiter im praktischen Doing:

Wir mischen nun nochmals die Freiräume mit den jeweils anliegenden Farben:

gelb + orange

orange + rot

rot + violett

violett + blau

blau + grün

grün + gelb

Deine Übung

Zur Übung empfehle ich dir, dir selbst mit deinen Farben einen solchen Farbkreis anzulegen. Du übst das Mischen und verstehst besser das Mischverhalten deiner Farben.

„Warum sieht das bei mir so anders aus?“

Da je nach Marke die einzelnen Acrylfarben unterschiedliche Pigmente enthalten können und auch der Anteil zwischen Pigment und Bindemittel verschieden ist, erhältst du etwas abweichende Farbtöne. Da die Pigmente für die Farbe verantwortlich sind und das Bindemittel nur dafür, dass diese Pigmente auf der Oberfläche halten, lassen sich Farben mit einem höheren Pigmentanteil besser bzw. „sauberer“ mischen. Dieses bessere Verhältnis findest du vor allem bei höherwertigen Acrylfarben (Studio- oder Künstlerqualität). – Du hast Fragen zur ersten Ausstattung beim Malen? Dann schau einfach mal bei meinem Artikel „Erstes Equipment zum Malen“ rein.

Tipp zum Violett: Achte beim Mischen darauf, dass du Magenta mit einem warmen Blau (z.B. Ultramarin) mischst, also die am Farbkreis anliegenden Farben. Alternativ kannst du auch ein gekauftes Violett nehmen und es um ein paar kleine Nuancen Rot oder Blau ergänzen, so dass es mit den bereits im Bild verwendeten Farben stimmig wirkt. – Übrigens: „Lila“ ist nicht der gleiche Farbton wie Violett, sondern ein Violett, das mit Weiß aufgehellt wurde.

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